Blaise Pascal
Kennen Sie folgende Situation. Sie kommen auf eine Party und kennen niemanden ausser den beiden Gastgebern, und die sind grad mit irgendetwas beschäftigt und haben keine Zeit, sich um Sie zu kümmern. Um Sie herum tummeln sich lauter fröhliche fremde Menschen, die Sie nicht kennen. Die Leute plaudern, lachen, erzählen sich Geschichten und amüsieren sich offensichtlich sehr gut. Und ich - was mache ich nun? Wie komme ich mit den Leuten ins Gespräch? Ich kann doch nicht einfach sagen: "Grüss Gott, da bin ich und jetzt redet doch bitte auch einmal mit mir!"Ich persönlich liebe Smalltalks und deshalb fühle ich mich auf Partys sofort wohl und finde auch bald den "richtigen" Smalltalk-Partner oder die richtige Smalltalk-Partnerin. Oder kennen Sie die Situation im Restaurant, wenn der Kellner zwei Personen an Ihren Tisch bringt und mit einem Lächeln sagt: "Sie gestatten, dass die zwei Herren an Ihren Tisch sitzen?" Es klang mehr nach einer Anordnung, als nach einer Frage. Nun gut, die zwei Herren setzen sich, begrüssen mich etwas schüchtern und dann passiert verbal im Augenblick nichts mehr. Und schon liegt es wieder an mir, herauszufinden, ob ein Smalltalk angebracht ist, oder ob die Herrschaften eher "unter sich" bleiben wollen, was an einem kleinen, runden Tisch eher schwierig werden wird. Je nach dem kann es aber auch sein, dass ich sehr froh bin, wenn ich mit den beiden "Typen" kein Gespräch anfangen muss.
Genau solche spannenden Situationen bewogen mich, ein neues Tagesseminar zu entwickeln. Es trägt den Titel Perfekt smalltalken und wird in regelmässigen Abständen vom Bildungszentrum Uster im Internet unter www.bzu.ch angeboten. Am vergangenen Samstag hatte ich in Uster Premiere. Das Seminar kam sehr gut an. Die Teilnehmenden hatten sogar konkrete Wünsche und Situationen mitgebracht, die im Seminar besprochen und teilweise auch als Rollenspiel trainiert wurden. Mit einem grossen Themenkatalog und mit vielen Tipps und Tricks zum Thema Smalltalk gingen sie zufrieden und voller Tatendrang nach Hause.
Doch wie definieren wir Smalltalk. Smalltalk ist ein lockerer, zwangloser, im Idealfall unterhaltsamer und sogar humorvoller verbaler Austausch zwischen Menschen. Er soll eine angenehme Atmosphäre schaffen, Spannungen lösen und eine, wenn auch manchmal nur kurze Beziehung schaffen. Der Smalltalk (kleines Gespräch) schlägt Brücken zwischen Menschen.
Kann man "smalltalken" überhaupt lernen? Ja man kann! Die Fähigkeit mit Fremden ins Gespräch zu gelangen, ist eine Frage der Übung und der Gewohnheit. Mit folgenden Voraussetzungen wird es Ihnen noch leichter fallen:
- Begeisterungsfähigkeit
- Einfühlungsvermögen
- kommunikations- und kontaktfreudig
- Gutes Selbstbewusstsein
- Eine Brise Humor besitzen
- gute Manieren haben
- Positive Grundeinstellung
- Lächeln können
- Man muss Menschen mögen
Eigentlich könnte man diese Punkte unter Sozialkompetenzen zusammen fassen. Soziale Talente sind kein Privileg einer kleinen Minderheit mit einer besonders glücklichen Kindheit. Nein, jeder kann mit der richtigen Einstellung und mit ein bisschen Übung mittels Smalltalk seine Kommunikationsfähigkeit täglich trainieren, weiter entwickeln und mit der Zeit beruflich und privat einen grossen, stabilen Bekanntenkreis gewinnen.
Ich wünsche Ihnen viel Spass beim nächsten Smalltalk.
Herzliche Grüsse
Heinz Bachmann
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